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Weingüter des Jahres – Teil 3

Weingüter des Jahres – Teil 3
Copyright Weingut Laubenstein

Und weiter geht es mit den Weingütern des Jahres. Wir haben Sandra Laubenstein, Heike Bähr und Marc Baumann drei Fragen gestellt.

3 Fragen an prämierte Weingüter:

1. Wie groß ist derzeit Ihre Rebfläche und wie viele unterschiedliche Weine produzieren Sie im Jahr?
2. Was zeichnet denn die letzten Jahrgänge in Ihrem Betrieb aus?
3. Mit welchem Wein werden Sie auf diese Auszeichnung anstoßen und weshalb gerade mit diesem?

Sandra Laubenstein, Mitinhaberin des Weinguts Wilhelm Laubenstein, „Bestes Weingut Rheinhessen des Jahres 2018“:

1. Wow, das sind ja mal super tolle Nachrichten. 2018 feiern wir unseren 200 Geburtstag. Zurzeit bewirtschaften wir mit der 5. und 6. Generation rund 50 Hektar. Da Rheinhessen ein sehr vielfältiges Weinland ist, so ist auch unsere Weinkarte dementsprechend breitgefächert.

Mitten im Herzen der „Rheinhessischen Toskana“, gedeihen unter anderem filigrane Rieslinge, voluminöse Graue Burgunder, knackige Sauvignon Blanc, reife Spätburgunder und charakterstarke Cabernet Sauvignons.

2. Die Weine des Jahrgangs 2015 ließen wir nach Möglichkeit sehr lange auf ihrer Vollhefe. Dies hatte sich gelohnt. Die Weißweine zeigen sich von einer schön ausgeprägten Frucht und einem sehr gehaltvollen Körper bei den Burgundersorten, die Rieslinge und die Bukettrebsorten profitierten von der langen Hefekontaktzeit dadurch, dass die Säure etwas abgepuffert wurde und die Aromen noch etwas intensiver wurden. Die Roten trumpfen mit einer würzigen Tanninstruktur und einer vollen Frucht auf.

Der Jahrgang 2016 wird mir lange in Erinnerung bleiben. Aufgrund der sehr guten Traubengesundheit schlossen wir die Weinlese 2016 auch erst Anfang November mit Merlot und Cabernet ab. Dadurch konnten wir ein Lesegut ernten, welches außergewöhnlich aromatisch schmeckte und eine top Reife hatte.

Die daraus entstandenen Weine ließen wir bis kurz vor ihrer Füllung auf der Vollhefe liegen. Diese wurde bei einigen Weinen immer wieder aufgerührt um das Potenzial der Hefeautolyse voll auszunutzen. Das Resultat sind Weine, die auch nach langer Zeit noch ihre Frische und Aromatik haben werden.

3. Da ich in der dunkler werdenden Jahreszeit eher zu einem schönen Rotwein tendiere, werde ich für uns einen schönen reifen Rotwein aus meinem eisernen Reservoir ausgraben. Für diesen besonderen Anlass muss dann wohl die letzte Flasche 2003er Merlot Auslese trocken „im Barrique gereift“ dran glauben.

Heike Bähr, Mitinhaberin des Weinguts Bärenhof, „Bestes Weingut Pfalz des Jahres 2018“:

1. Wir haben 37 Hektar und erzeugen 60 unterschiedliche Weine.

2. Der 2015er zeichnet sich durch seine kräftige Struktur, viel Volumen und Aromen nach reifen Früchten aus. Vor allem die Rotweine profitieren von dem sehr heißen Jahr und können locker mit den südländischen Weinen mithalten.

Der 2016er ist geprägt von einer intensiven Aromatik bei sehr niedrigen Säurewerten und moderaten Alkoholgehalten. Die Weine sind dadurch sehr trinkfreudig und fruchtbetont. Durch die lange Vegetationszeit, zwei Wochen länger als in 2015, haben wir sehr langlebige und facettenreiche Weine erzeugen können. Zwei komplett unterschiedliche Jahrgänge mit denen wir beide sehr zufrieden sind.

3. Wir stoßen mit unserem Henry auf diesen Erfolg an, denn dadurch können wir auf zwei freudige Ereignisse trinken. Die Riesling Spätlese „Henry“ wurde extra zur Geburt unseres Sprösslings vinifiziert.

Marc Baumann, Mitinhaber der Schlosskellerei Affaltrach Dr. Reinhold Baumann KG, „Bestes Weingut Württemberg des Jahres 2018“:

1. Woooooow! Das sind ja tolle Neuigkeiten über die wir uns riesig freuen!!!! Die Rebfläche unseres eigenen Weinguts „Weingut Dr. Baumann“ umfasst derzeit 42 Hektar im Weinsberger Tal, davon befinden sich etwa 75 Prozent in Steillagen.

2. Das Eschenauer Paradies, einer unserer Toplagen, mit seinem einzigartigen Blick über das Weinsberger Tal, ist mit 450 m Höhe unser höchstgelegener Weinberg. Die Reben profitieren von kühlen Nächten im Sommer sowie einer konstanten Durchlüftung der Südlage.

Die Hangneigung von bis zu 45 Prozent verwöhnt unsere Reben mit herrlich viel Sonne: sie dürfen sich über ca. 800 Sonnenstunden im Jahr freuen. Die Gesamtrebfläche unserer angeschlossenen Weingärtner-Erzeugergemeinschaft beträgt 390 Hektar im gesamten Bereich Württemberger Unterland mit 8 verschiedenen Großlagenbereichen.

Die Weine dieser beiden Jahrgänge wurden erstmalig unter der Leitung von Tanja Baumann, der 4. Generation im Familienbetrieb, „neu“ vinifiziert. Folgende Maßnahmen haben wir hierbei noch weiter intensiviert: Mengenreduktion durch Traubenhalbierung, 100 Prozent Handlese, optische Traubensortierung mittels moderner Sortiermaschine, lange Reifedauer auf der Feinhefe, Ausbau ausgesuchter Weißweine im Natursteinfass aus Granit, Verwendung verschiedener Holzsorten bei Barrique und Tonneau sowie frühzeitige Lese und Lagerung von Sekt auf der Hefe über 24 Monate.

3. Mit einem Muskattrollinger Rosé, weil er als absolute Rarität und Spezialität nur in Württemberg auf einer sehr begrenzten Fläche angebaut und kultiviert wird und diese Rebsorte im An- und Ausbau nahezu alles abverlangt.

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